Die Kunst und die Kultur in Südasien sind untrennbar mit der Geschichte und den Religionen dieser Region in Asien verbunden und werden mit Göttern, Heiligen und Gurus assoziiert. Jedoch bietet die Kultur in Südasien weit mehr – sie ist auch geprägt von buddistischen, hinuistischen, jainistischen, christlichen und islamischen Einflüssen im Raum Indien, Pakistan, Bangladesch, Sri Lanka sowie der einzelnen Himalaya-Staaten.
Zwischen der Kultur in Südasien und der in Südostasien gibt es Gemeinsamkeiten. Diese sind zum einen durch die geografische Lage am Indischen Ozean, dem Golf von Bengalen bis hin zum Pazifischen Ozean, die Geschichte, die von den Besiedlungen über die Pilger bis hin zu den Kolonien und Handelsverbindungen reichen, und zum anderen durch die Religionen, die Sprachen und Sprachfamilien und auch durch das Klima im Einflussbereich des Monsuns, bestimmt.
Hinduismus
In Indien, wo sich etwa 80% der Bevölkerung zum Hinduismus bekennen, bestimmt die Kultur in Südasien diese Region sehr stark. Der Hinduismus, der etwa 2000 v. Chr (zum Ende der Indus-Kultur) seinen kulturellen Anfang nahm, ist heute mit seinen heiligen Schriften (die älteste ist die Rigveda, die auf den Lehren der Velden basiert) und Gottheiten in der Kultur in Südasien noch allgegenwärtig. Die Gottheit „Brahma“ steht für die Schöpfung, „Vishnu“ für die Erhaltung und „Shiva“ für die Zerstörung. Der Hinduismus und seine Philosophie fand Einfluss auch in den Regionen Süd- und Südostasiens, woraus sich dann wieder eine Gemeinsamkeit der Kulturen feststellen lässt. Der Hinduismus bestimmt heute noch mit seinem Kastensystem das öffentliche, religiöse, kulturelle und geistige Leben als soziokulturelles Ordnungssystem, was für die Entwicklung in Südasien nicht immer förderlich ist.
Siddhartha Gautama (um 560 bis um 480 v. Chr.) sah sich im Alter von 35 Jahren „erleuchtet“ bzw. „erwacht“, was so viel wie „Buddha“ heißt, und lehrte fortan den Buddhismus (aus der vedischen Lehre hervorgegangen), der sich vom indischen Subkontinet über die Seidenstraße, die Himalaya-Regionen und über Ostasien ausbreitete. Andere indische Religionen, wie Mahavira (Gründer – Vardhamana- um 599–527) und der Jainismus entstanden fast zeitgleich.
Die einzelnen Formen der Kultur in Südasien existierten oft nebeneinander. Ohne Zweifel kann man sie jedoch als die älteste Hochkultur, die die Menschheit hervorgebracht hat, bezeichnen. Die Architektur der Bauwerke (Tempel, Statuen, Moscheen, Kirchen, Klöster, Kathedralen usw.) lässt nur im Ansatz erahnen, wie groß die Vielfalt ist. Neben dem bereits erwähnten Hinduismus, Buddhismus gehören etwa 11 Prozent der Bevölkerung in Südasien den Moslems an, die durch die Herrschaft der Mogule Einfluss genommen haben. Diese Kultur wird vor allem in den Regionen um Dehli, Agra, Lucknow und Hyderabad deutlich, wenn man die Paläste und Moscheen besucht. Die Kultur des Christentums (Gebiete um Kerala, Tamil Nadu und Goa) das durch die Kolonalisierung der Gebiete in Südasien, Einfluss bekam, jedoch nicht im heutigen öffentlichen Leben eine Rolle spielt aber dennoch zum Beispiel bei der Alphabetisierung wichtig war. Die Kultur der Sikh-Religion, die im 15. Jahrhunderts durch den Heiligen Guru Nanak Dev (1464-1539) in Nordindien gegründet wurde, bildet eine Außenseiterrolle in der Kultur in Südasien. Die Skihns sind vor allem an ihrem kunstvoll gebundenen Turban erkennbar. Die Traditionen der Kultur in Südasien, so vielfältig sie auch ist, werden gewahrt, man feiert viele unterschiedlich religiös fundierte Feste, wie z. B. das Diwali, das Lichterfest der Hindus, wo Bräuche, Rituale, Tänze und Musik gelebt werden.
Die Kultur in Südasien hat nicht nur durch die Religionsvielfalt Zivilisation hervorgebracht sondern dokumentiert auch die Verschmelzung verschiedener gesellschaftlicher Einflüsse – beginnend von der griechischen Kultur über die europäische (durch die Kolonalisierung), über den Islam bis hin zur amerikanischen und modernen Kultur der heutigen Zeit. Ein Beispiel aus der heutigen Zeit ist die erfolgreiche Produktion indischer Filme (Bollywood in Mumbay) und neuer Musikrichtungen, wo moderne und traditionelle Musik und Tänze einfließen und verschmelzen (z. B. Dangdut).
Die Kunst und Kultur in Südasien hat über die Jahrhunderte nicht an Einfluss auf andere Regionen des asiatischen Kontinents verloren. Durch die Sprachenvielfalt, die es zum Beispiel in Indien gibt, wo 18 Sprachen anerkannt sind und es mehr als 180 Dialekte gibt, ist die indische Literatur ebenso vielfältig und –sprachig. Ein weiterer Ausdruck der Kultur in Südasien findet über das Essen, über die verwendeten Speisen und Gewürze statt. Auch hier gibt es territoriale und religiöse Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Küchen.
Foto: Rudolf Tepfenhart – Fotolia.com
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